Tschüss Kohle

Unser Ziel:
den Hamburger Kohleausstieg gestalten und beschleunigen!

Hamburg ist vom Meeresanstieg als Folge des Klimawandels bedroht.

Seit Mitte 2020 knüpft die Kampagne #TschuessKohle an die Volksinitiative (VI) in den Jahren 2018 – 2019 an. Die VI hat im Sommer 2019 erreicht, dass der Kohleausstieg bis spätestens zum 31.12.2030 in der Hamburger Fernwärme per Gesetz verbindlich verankert wurde. Dafür hatte die VI im Jahr 2018 insgesamt 22.500 Unterschriften gesammelt und anschließend hart mit den Hamburger Regierungsparteien über das Datum und die Umsetzung verhandelt.

Neben einem verbindlichen Ausstiegsdatum aus der Kohleverfeuerung für Fernwärme in den beiden Kohleheizkraftwerken in Tiefstack und in Wedel im städtischen Besitz (seit der Rekommunalisierung) war das Hauptziel die endgültige Verhinderung, daß Vattenfall sein Kohlekraftwerk Moorburg jemals an das Hamburger Fernwärmenetz würde anschließen können. Dies gelang, und damit wurde Vattenfall gesetzlich für immer der lukrative Zugang zum Fernwärmenetz verwehrt.

Ein riesiger Erfolg für die Volksinitiative und die Kohleausstiegsbewegung in Deutschland!

Als Konsequenz des Kohleausstiegsgesetzes hat Vattenfall das Kohlekraftwerk in 2020 zur Auktionsrunde angemeldet und erhielt den Zuschlag. Damit ist seit Januar 2021 eines der größten deutschen Steinkohlekraftwerke abgeschaltet, dem vorher noch eine Laufzeit bis 2038 vorausgesagt worden war!

Heizkraftwerk Tiefstack
Heizkraftwerk Tiefstack

Dazu haben wir den unverzüglichen Beginn der Konzeptarbeiten für den Ersatz des Kohlekraftwerks Tiefstack (statt 2022) durchgesetzt. Ein Beteiligungsgremium und eine häufige öffentliche Berichterstattung sichern die Mitgestaltung, Transparenz und Kontrolle der Konzeptarbeiten und Umsetzung. Der Senat muss spätestens 2025 in einem Revisionsbericht darlegen, ob ein früheres Ausstiegsdatum möglich ist.

Das Beteiligungsverfahrens gibt der Zivilgesellschaft in Hamburg die Möglichkeit, frühzeitig den Ideenfindungs- und Planungsprozess für den Tiefstack-Ersatz mit eigenen Vorschlägen zu befördern, zu entsprechenden Plänen des Senats vor Entscheidungen Stellung zu nehmen und insbesondere die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Hamburger Kohleausstieg informiert zu kontrollieren.

Kohle Heizkraftwerk Wedel
Kohle-Heizkraftwerk Wedel

Der Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel ist bereits konzipiert, die Arbeiten dauern aber trotzdem voraussichtlich noch bis 2024/25. In der Logik unseres Gesetzes muss eine Zwischenlösung, mit der das Kraftwerk Wedel schneller abgeschaltet werden kann, geprüft werden, zumal das Kraftwerk ätzende Partikel ausstößt.

Weiterhin konnten wir absichern, dass das Kohlekraftwerk Moorburg nicht an das städtische Fernwärmenetz angeschlossen wird, was zu noch mehr Kohleverbrennung und langem Bestandsschutz geführt hätte. Dafür dürfen keine öffentlichen Flächen mehr zur Verfügung gestellt werden. Weiterhin soll der Senat auf einen beschleunigten bundesweiten Kohleausstieg hinarbeiten, was auch auf die Abschaltung vor 2038 wirken kann. Das Kohlekraftwerk Moorburg kann landesrechtlich nicht direkt reguliert werden.

Das ursprünglich von uns geforderte Ausstiegsdatum von 2025 für die Fernwärme konnten wir nicht durchsetzen. Die Erkenntnis, dass die Rahmenbedingungen für den Kohleausstieg in der Wärme heute noch so schlecht sind, dass 2025 nicht sicher erreicht werden kann, war erschreckend und zeigt den erheblichen Handlungsbedarf. Dafür konnten wir einige Regelungen, die im ersten Gesetzentwurf nicht vorgesehen waren, durchsetzen, die im Ergebnis sogar eine schnellere CO2-Einsparung ergeben können.

Fazit: Wir haben viel mehr erreicht als nur ein Enddatum für den Ausstieg aus der Kohlewärme. Das Verhandlungsergebnis kann dem Klimaschutz sogar mehr bringen als unser erster Gesetzentwurf.

Die Klimakrise verlangt radikale Lösungen, die über den Rahmen unserer Volksinitiative hinausgehen. Die eigentliche gesellschaftliche Auseinandersetzung um die konkreten Maßnahmen, die sich aus der Pflicht zur frühzeitigen Vermeidung der Kohle ableiten, kommt erst noch. Wir rufen alle, die sich für ein kohlefreies Hamburg einsetzen wollen, auf, unser Gesetz, die Pflicht zur frühzeitigen Kohlevermeidung, zu nutzen und sich einzumischen. Der Druck für eine schnellere Umsetzung des Kohleausstiegs, auch Richtung Bundesregierung, muss hoch bleiben.

In dieser Phase können Sie uns am besten unterstützen, in dem Sie unseren Newsletter abbonnieren. So erfahren Sie, wie es mit der Umsetzung des Gesetzes und der Beteiligung weetergeht oder ob wir breite Unterstützung aus der Bevölkerung brauchen.

Für den Hamburger Kohleausstieg haben viele Klimaschutz-Aktive von Februar bis Juni 2018 insgesamt 22.494 Unterschriften in Hamburg gesammelt. Die nun ausgehandelten Änderungen des Klimaschutzgesetzes wird die Geschwindigkeit der Dekarbonisierung der Hamburger Fernwärme, die rechnerisch mehr als 400.000 Haushalte versorgt und für die Emission von mehr als einer Million Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich ist, entscheidend beschleunigen.

coal kills

Ausgedruckt am 03.03.2021
von https://www.tschuess-kohle.de/